Theater Maskara an der Jakob-Ihrler-Schule

„Vorhang auf und Bühne frei!“, hieß es am Freitag, den 4.5.2018 an der Jakob-Ihrler-Schule. Die Schüler der ersten bis sechsten Jahrgangsstufe hatten sich in der Turnhalle eingefunden und erlebten eine ganz besondere Darbietung. Zu Gast war das „Theater Maskara“ in der Person von Stefan Knoll aus Ortenburg im Landkreis Passau. Er führte das Märchen „Das Wasser des Lebens“ von den Brüdern Grimm auf und zog das junge Publikum mit seiner ungewöhnlichen Spielweise ganz in seinen Bann.

Doch zuerst gab es ein kleines Begrüßungslied: „Griaß eich Gott“ und weitere Grüße auf 20 verschiedenen Sprachen richtete der Solokünstler an die Kinder, so dass sich auch jeder persönlich angesprochen fühlte.

In dem Märchenstück der Brüder Grimm ging es dann um einen kranken König und seine drei Söhne, die ihm aus unterschiedlichen Motiven helfen wollen: „Wo hinaus so geschwind?“, ruft der Zwerg am Wegesrand. Der jüngste Königssohn hält sein Pferd an: „Ich suche das Wasser des Lebens, denn mein Vater ist sterbenskrank.“

Während seine zwei zwielichtigen Brüder nur ihre eigenen Interessen verfolgen, handelt der jüngste Sohn aus echter Liebe zu seinem Vater. Daher hilft ihm auch der Zwerg und zeigt ihm den Weg, wie er an das heilende Wasser gelangen kann. Dabei sind natürlich einige Abenteuer zu bestehen, doch am Ende rettet er nicht nur seinen Vater, sondern findet auch an der Seite einer schönen Prinzessin sein Glück.

Aber wie kann ein Darsteller ganz allein in so viele verschiedene Rollen einer Geschichte schlüpfen? Begeistert sahen die Kinder zu, wie Stefan Knoll sich in Sekundenschnelle von einer Figur in die nächste verwandelte. Dazu veränderte er nicht nur seine Stimme und Gestik, sondern gab sich auch mit Hilfe selbst gefertigter Ledermasken immer wieder ein neues Gesicht.

Die perfekte Koordination und dazu das virtuose Spiel auf seinem Akkordeon und anderen mitgebrachten Instrumenten faszinierten Schüler und Lehrkräfte gleichermaßen. Zu Besuch waren auch Gruppen aus den beiden Ihrlersteiner Kindergärten, die ganz vorne die ersten Plätze einnahmen und ebenso eifrig Beifall spendeten.

„Zugabe, Zugabe!“, erscholl es nach der Vorstellung wie aus einem Mund aus den über 200 Kinderkehlen. „Eigentlich gibt es nach einem Theaterstück keine Zugabe“, erklärte der Schauspieler, aber natürlich wollte Stefan Knoll sein Publikum nicht enttäuschen. So gab es als abschließendes Highlight noch eine spezielle Vorführung seines Aufnahmegerätes, das schon während des Stückes immer wieder zum Einsatz gekommen war. Damit lassen sich mehrere Stimmen nacheinander aufnehmen, übereinanderlegen und gemeinsam wiedergeben, wodurch erstaunliche Effekte erzielt werden. Mit einem kräftigen Applaus „für das Aufnahmegerät“ ging die eindrückliche Veranstaltung danach zu Ende, aus Sicht der Kinder wohl viel zu früh!

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